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Artikel zur deutschen Geschichte
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Folterstühle

Ein Torturinstrument der Strafjustiz?

FolterstuhlDer Leiter des Lemgoer Stadtmuseums, Jürgen Scheffler, berichtet auf einer Historikertagung des Arbeitskreis Interdisziplinäre Hexenforschung (AKIH) in Stuttgart im Februar 2000 über Holzuntersuchungen an einem Folterstuhl. Mit über 2000 Holzstacheln an Sitzflächen und Rückenlehne versehen, soll dieser in der Strafjustiz dazu gedient haben, Täterwissen aus Verdächtigen zu entlocken.

Das Lemgoer Stadtmuseum besitzt einen der wenigen erhaltenen Exemplare. Er wurde bereits auf einer Wanderausstellung über die Hexenprozesse an vielen Orten der Bundesrepublik gezeigt. Dendrologische Altersbestimmungen mit Hilfe der Jahresringe im Holz haben nun gezeigt, daß dieser Stuhl nach dem späten 18. Jahrhundert angefertigt wurde, als es keine Hexenprozesse mehr gab. Es war die Zeit um, sowie nach der Französischen Revolution, deren Weltanschauung während der Napoleonischen Eroberungen in ganz Europa verbreitet wurde. Die Kritik am "christlichen Mittelalter" diente dabei als Mittel der frühen Öffentlichkeitsarbeit. Auf Flugblättern wurden Bilder über mittelalterliche Folterjustiz verbreitet, darunter auch Bilder solcher Stühle. Dies sollte dem Publikum zeigen, daß der Geist von Aufklärung und Revolution ein Fortschritt sei.

Es ist denkbar, daß dies der Motivhintergrund bei der Anfertigung eines solchen Objekts war. Authentische Quellenzeugnisse über die tatsächliche Verwendung solcher Stühle in der Malefizjustiz sind selten und wenig konkret. Es ist schwierig, auf diesem Wege zu klären, wie authentisch solche Neuanfertigungen sind.
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